Bestattungskultur

„Ein Volk wird danach beurteilt, wie es seine Toten bestattet.“ Perikles

Die Bestattungskultur ist ein Teil der Kultur der Menschen. Die Art, wie ein Volk seine Toten bestattet, sagt viel über die Menschen aus. Der Meinung war Perikles, einer der führenden Staatsmänner in Athen, schon in der Antike im 5. Jahrhundert vor Christus. Die Kultur der Bestattung besteht seit jeher und entwickelt sich, genau wie alle anderen Bräuche und Gewohnheiten, stetig im Laufe der Zeit und von Region zu Region unterschiedlich.

Der Ablauf einer Bestattung kann von der Religion, der der Verstorbene angehörte, geprägt sein. Aber auch weltliche Bestattungen sind heute weit verbreitet. Alte Rituale, die als sinnvoll empfunden werden, bleiben bestehen und neue, hilfreiche Rituale entwickeln sich und werden Bestandteil des Abschieds.

Egal, um welche Form einer Bestattung es sich handelt, liebevoll gestaltet drückt sie immer Respekt und Dankbarkeit gegenüber dem Verstorbenen aus und bietet den Trauernden die Möglichkeit, gemeinsam Abschied zu nehmen.

 

Evangelische Bestattung

Bei einer evangelischen Bestattung können Hinterbliebene den Ablauf stark beeinflussen und mitgestalten. Der Pfarrer oder der Gemeindereferent führt die Trauerfeier durch.

Ebenso wie die Katholiken glauben die evangelischen Kirchenmitglieder an die Auferstehung nach dem Tod. Die Zeremonie einer protestantischen Trauerfeier kann von Gemeinde zu Gemeinde variieren.

Bei einer Erdbestattung findet die Trauerfeier etwa drei bis vier Tage nach dem Tod in der Trauerhalle oder Kirche des Friedhofs statt. Das Glockengeläute eröffnet den Gottesdienst. Es folgen Begrüßung, Lied, Psalm, Verkündigung mit Schriftlesung und Schriftwort. Die Antwort der Trauergemeinde besteht aus Glaubensbekenntnis und dem Dank. Der Pfarrer geht beim Gottesdienst in der Regel persönlich auf das verstorbene Gemeindemitglied ein.

Anschließend wird der Sarg oder die Urne von der Trauergemeinde zum Grab begleitet. Am Grab auf dem Friedhof findet in einer kleinen liturgischen Zeremonie die eigentliche Bestattung statt.

Nach Einsenken des Sarges ist allgemein der Erdwurf üblich. Dabei wird unter der Formel „Erde zu Erde, Asche zu Asche, Staub zu Staub“ dreimal ein wenig Sand oder Erde auf den Sarg geworfen. Dies ist ein Zeichen des Abschieds und gleichzeitig auch ein Symbol für die Vergänglichkeit des Menschen.

Abschließend spricht der Pfarrer üblicherweise noch einige Bestattungsworte und gibt dem Toten seinen Segen mit auf den Weg. Die Angehörigen haben noch die Möglichkeit, vorzutreten und Blumen mit ins Grab zu geben. Danach können Beileidsbekundungen gegenüber den Angehörigen ausgesprochen werden.

Wenn man sich für eine Feuerbestattung entscheidet, ist der Ablauf leicht verändert. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder nimmt die Trauergemeinde vor der Einäscherung in einer Trauerfeier von dem im Sarg gebetteten Verstorbenen Abschied, wobei der Sarg am Ende in der Trauerhalle stehen bleibt. Oder die Trauerfeier findet nach der Einäscherung mit der Urne statt. Dadurch bleibt die Einheit von Trauerfeier und Beisetzung gewahrt. Allerdings ist die Zeit zwischen dem Tod und der Trauerfeier in diesem Fall um einiges länger.

 

Katholische Bestattung

Das Zeremoniell der katholischen Bestattung ist stark an die Tradition gebunden und folgt festen Ritualen. Aber inzwischen können die Angehörigen den Gottesdienst in gewissen Teilen beeinflussen und persönlich mitgestalten. Bei einer katholischen Bestattung führt der Pfarrer, der Diakon oder der Gemeindereferent die Zeremonie für das verstorbene Kirchenmitglied durch. Die Zeremonie einer katholischen Bestattungsfeier läuft in jeder Gemeinde ein bisschen anders ab.

Der Gottesdienst erfolgt bei einer Erdbestattung unmittelbar vor der Beisetzung. Bei einer Feuerbestattung gibt es die Möglichkeit, einen Gottesdienst vor der Einäscherung zu feiern. Am Grab haben die Trauernden die Möglichkeit, letzte Worte an den Verstorbenen zu richten. Der Pfarrer segnet den Sarg und die Urne, dann gibt er als Zeichen von Vergänglichkeit Erde mit in das Grab. Die Gemeinde spricht zusammen das Glaubensbekenntnis. Nach dem Vaterunser und einer Schlusssegnung durch den Geistlichen kann den Angehörigen Beileid ausgesprochen werden.

 

Weltliche Bestattung

Eine weltliche Trauerfeier folgt keinem festen Zeremoniell. Es können aber Elemente aus der evangelischen oder katholischen Bestattung eingebaut werden. Auch die Einbindung eines Pfarrers in den Ablauf ist nach Absprache möglich. Im Zentrum der weltlichen Bestattung steht meist eine Trauerrede, die von Angehörigen oder einem freien Redner, der sich mit der Biografie und dem Charakter des Verstorbenen beschäftigt hat, vorgetragen wird. Bei der Planung des Ablaufs und der Gestaltung einer weltlichen Bestattung beraten wir Sie gerne. Lassen Sie sich von unseren Erfahrungen inspirieren und bringen Sie Ihre eigenen Ideen mit ein.

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